Was ist die neue Measuring Instruments Directive (MID)?
Was ist die neue Measuring Instruments Directive (MID)?
Was ist die neue Measuring Instruments Directive (MID)?
Profil

Mit der förmlichen Annahme der überarbeiteten Measuring Instruments Directive (MID) durch den Rat der Europäischen Union im Februar 2026 und ihrer offiziellen Veröffentlichung im März hat die europäische Ladelandschaft für Elektrofahrzeuge (EV) einen entscheidenden Meilenstein erreicht. Diese Aktualisierung ist mehr als eine technische Fortschreibung: Sie steht für einen grundlegenden Wandel in der Zertifizierung, Wartung und Digitalisierung von Ladeinfrastruktur auf dem gesamten Kontinent.

Für Original Equipment Manufacturers (OEMs) wie Injet New Energy und Charge Point Operators (CPOs) ist es entscheidend, diesen regulatorischen Veränderungen voraus zu sein, um im europäischen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

 https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2026/02/26/technical-harmonisation-council-approves-new-requirements-for-car-chargers-and-other-measuring-instruments/

Von „Komponenten“ zu „vollständigen Einheiten“: Ein einheitlicher Standard

Bislang bezog sich die MID-Zertifizierung häufig vor allem auf die in einem Ladegerät verbauten Messeinheiten. Daraus entstand ein zersplitterter Flickenteppich nationaler Standards, der für Hersteller mit grenzüberschreitender Expansion hohe Konformitätskosten und erheblichen Verwaltungsaufwand bedeutete.

Die Neuerung: Die Revision von 2026 schließt diese Lücke. Erstmals muss die gesamte Ladeausrüstung für Elektrofahrzeuge – von der Wallbox für zu Hause bis zum Hochleistungslader an der Autobahn – als vollständiges Messgerät zertifiziert werden. Jedes Ladegerät, das in den EU-Markt kommt, muss nun von einer autorisierten Stelle als eine Einheit geprüft und zugelassen werden.

Diese „hohe technische Messlatte“ verringert die Marktfragmentierung und stärkt das Vertrauen der Investoren, da sie im gesamten Binnenmarkt für ein einheitliches Qualitäts- und Genauigkeitsniveau sorgt.

 

Weniger Probleme im Betrieb: Wartung und Digitalisierung

Die überarbeitete Richtlinie greift zudem zwei zentrale Schwachstellen der heutigen Infrastruktur auf:

  • 1)Vereinfachter Kabelaustausch: Um dem europaweiten Anstieg von Kabeldiebstählen und unbeabsichtigten Beschädigungen zu begegnen, erlauben die neuen Regeln den Austausch von Kabeln, ohne dass eine vollständige und kostenintensive Rezertifizierung der gesamten Einheit erforderlich wird. Stationen gehen dadurch schneller wieder in Betrieb, was Ausfallzeiten für Betreiber drastisch reduziert.
  • 2)Digitale Transparenz: Die Richtlinie löst sich von starren Hardwareanforderungen und erlaubt nun, Verbrauchsdaten auf Fahrzeugdisplays oder über das Smartphone anzuzeigen statt ausschließlich auf dem Display des Ladegeräts. Das ermöglicht schlankere Hardwarekonzepte und entspricht dem digital geprägten Verhalten moderner Fahrerinnen und Fahrer.

 

Zeitplan für die Umsetzung

Die EU hat der Branche einen klaren Fahrplan für die Anpassung vorgegeben:

  • 1)Inkrafttreten: Die Richtlinie tritt 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.
  • 2)Nationale Umsetzung: Die Mitgliedstaaten haben 24 Monate Zeit, diese Vorgaben in nationales Recht zu überführen.
  • 3)Übergangsfrist: Ladeausrüstung für Elektrofahrzeuge (EVSE) profitiert von einer großzügigen Übergangsfrist von 48 Monaten, die Herstellern ausreichend Zeit für Forschung und Entwicklung sowie für die Aktualisierung der Zertifizierungen gibt.

 

Die OEM-Perspektive: Konformität als Kernkompetenz

Für global tätige OEMs zeigen diese Änderungen: Konformität ist kein Häkchen auf einer Liste mehr, sondern ein Wettbewerbsvorteil. Um in diesem neuen regulatorischen Umfeld erfolgreich zu sein, müssen sich Hersteller auf folgende Punkte konzentrieren:

  • 1)Integrierte Konformität: Der Wechsel vom Denken in Komponenten hin zu einem ganzheitlichen Design der „vollständigen Einheit“.
  • 2)Modulare Konstruktion: Hardware so auslegen, dass Kabelaustausch und Wartung entsprechend der neuen Richtlinie problemlos möglich sind.
  • 3)Daten-Synergie: Die Flexibilität externer Anzeigen nutzen, um Bedienoberfläche und Softwareintegration zu verbessern.

 

Injet New Energy: Bekenntnis zu globalen Standards

Bei Injet New Energy verstehen wir diese regulatorischen Neuerungen als Chance, unser Bekenntnis zu Qualität und Transparenz zu belegen. Wir verankern die neuen MID-Anforderungen bereits in unserer Produktroadmap und stellen so sicher, dass unsere Ladelösungen technisch und rechtlich weiterhin Maßstäbe setzen.

Indem wir Konformität und Standardisierung aktiv sicherstellen, geben wir unseren weltweiten Partnern die Verlässlichkeit, die sie für den Umgang mit dem wandelnden europäischen Energiemarkt benötigen. Von der Umsetzung der ISO 15118 bis zu den neuesten MID-Einheitszertifizierungen ist Injet Ihr verlässlicher Partner für die grüne Transformation.

 

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