In unserem vorherigen Artikel haben wir das Laden zu Hause bei Mitarbeitenden.
Wenn an der Privatadresse von Mitarbeitenden geladen wird, mag das auf den ersten Blick nichts weiter als „häuslicher Stromverbrauch“ sein. Tatsächlich sehen sich Unternehmen jedoch mit einem weitaus breiteren Bündel an Herausforderungen konfrontiert – Kostenverteilung, Anlageneigentum, Datentransparenz und langfristige Betriebsverantwortung.
Das Fazit war eindeutig:
Das Laden zu Hause bei Mitarbeitenden ist weder eine aufgewertete Variante des privaten Ladens noch eine verkleinerte Form des gewerblichen Ladens. Es ist ein eigenständiges betriebliches Managementszenario, das unabhängig konzipiert werden muss.
Sobald Unternehmen zu dieser Erkenntnis gelangt sind, folgt häufig eine naheliegende Annahme:
Auf dem eigenen Firmenparkplatz muss das Laden doch einfacher sein.
In der Praxis ist oft das Gegenteil der Fall. Firmenparkplätze sind häufig der Ort, an dem Probleme der Elektrifizierung zuerst sichtbar werden – und an dem Planungsfehler am schwersten zu korrigieren sind.
(Bildquelle: ev connect)
Ladegeräte auf Firmenparkplätzen installieren: Die erste Hürde ist nicht die Technik
Betrachtet man das Laden zu Hause bei Mitarbeitenden und das Laden auf Firmenparkplätzen gemeinsam, zeigt sich eine gemeinsame Realität:
Unabhängig davon, wo geladen wird, geht es Unternehmen selten darum, ob Fahrzeuge laden können . Entscheidend ist vielmehr:
- 1)Beeinträchtigt das Laden den regulären Fahrzeugbetrieb?
- 2)Ist das System stabil und steuerbar?
- 3)Wie schnell kann der Betrieb bei Störungen wiederhergestellt werden?
- 4)Lässt sich das System langfristig skalieren, ohne es komplett neu planen zu müssen?
Genau hier werden Projekte auf Firmenparkplätzen häufig mit der falschen Planungslogik angegangen:
- 1)Das Laden zu Hause bei Mitarbeitenden wird als rein privates Szenario behandelt
- 2)Firmenparkplätze werden als „interne Version“ einer öffentlichen Ladestation behandelt
Dabei ist ein Firmenparkplatz kein öffentlicher Standort mit Umsatzziel. Er ist ein interner Knotenpunkt für Energie und Flottenbetrieb, der eng mit dem täglichen Geschäftsablauf verknüpft ist.
(Bildquelle: ev connect)
Für Unternehmen ist Konformität die Grundvoraussetzung – Effizienz der entscheidende Unterschied
Im französischen Markt ist die Einhaltung der NFC 15-100 eine Voraussetzung für jede Installation. Für Unternehmen schafft die Einhaltung von Vorschriften allein jedoch keinen Mehrwert – sie ist schlicht nicht verhandelbar.
Was die Projekteffizienz wirklich bestimmt, ist, ob die Installation aufwendig, fehleranfällig und in der Fläche schwer reproduzierbar ist. In realen Projekten beschäftigen Unternehmen weit eher Fragen wie:
- 1)Sind zusätzliche Schutzmodule erforderlich?
- 2)Müssen Elektriker mehrfach abstimmen und Parameter einstellen?
- 3)Verlängern sich die Installationszeiten?
Daher lautet ein Kernprinzip von AC-Ladelösungen in Unternehmensqualität, die Komplexität im Gerät selbst aufzunehmen, bei voller Einhaltung der Vorschriften.
Zum Beispiel:
- 1)Lässt sich der MID-zertifizierte Zähler in das Ladegerät integrieren statt extern installieren?
- 2)Kann der DC-Fehlerstromschutz von 6 mA integriert werden, statt als separates Modul ergänzt zu werden?
- 3)Lässt sich bei großflächigen Rollouts eine Offline-Netzwerkkonfiguration vermeiden, um den Ausrollaufwand zu senken?
Diese Designentscheidungen wirken unscheinbar, bestimmen aber direkt den Aufwand, wenn Dutzende oder gar Hunderte Ladegeräte gleichzeitig in Betrieb genommen werden.
Worauf es Unternehmensflotten wirklich ankommt: Was passiert, wenn etwas ausfällt
Aus Sicht eines Flottenbetreibers ist das Unakzeptabelste nicht der gelegentliche Fehler – es ist eine lange Systemausfallzeit nach einem Fehler.
Bei herkömmlichen AC-Ladegeräten bedeutet ein Hardwaredefekt oft, dass ein Techniker anreisen, das Gerät ausbauen und extern prüfen muss. In dieser Zeit steht das Ladegerät nicht zur Verfügung, und die Wiederherstellungsdauer ist kaum planbar – ein erhebliches Betriebsrisiko im Flottenumfeld.
Der Wert einer geteilten Architektur ist nicht nur konstruktiver Natur. Sie verändert das Wartungsmodell grundlegend – von jemanden kommen lassen, der es repariert hin zu es selbst austauschen können.
Im realen Betrieb kann der Ablauf ganz einfach sein:
1.Das Backend-System erkennt aus der Ferne, ob ein Hardwareproblem vorliegt
2.Nach Bestätigung wird das defekte Gerät an den INJET-Vertriebspartner in Frankreich gesendet
3.Der Vertriebspartner schickt ein Austauschgerät per Kurier
4.Das Unternehmen führt den Austausch vor Ort selbst durch
5.Nach der Reparatur wird das ursprüngliche Gerät wieder eingebaut
Während dieses gesamten Prozesses bleibt das Ladesystem nicht über längere Zeit offline. Mit einer einzigen Schulung beim ersten Rollout beherrschen Unternehmen den Austausch. Praktisch gleicht die Aufgabe eher dem Wechsel einer Leuchte als der Reparatur komplexer Technik.
Für Flottenbetreiber ist die Wiederherstellungsfähigkeit oft wichtiger als das unrealistische Ziel null Ausfälle. Zudem übersteigen die Kosten von Vor-Ort-Einsätzen die der Standardlogistik bei Weitem.
Stabilität ist nicht nur Hardware – sie ist die Fähigkeit zur Weiterentwicklung
Die Elektrifizierung in Unternehmen ist kein einmaliges Projekt, sondern ein mehrjähriger Übergang. Das größte Risiko ist nicht eine eingeschränkte Funktionalität heute, sondern Systeme, die morgen nicht weiterentwickelt werden können.
Eine Linux-basierte Systemarchitektur sorgt dafür, dass Ladegeräte nicht mehr „ab Werk festgeschrieben“ sind. Über Firmware-Updates aus der Ferne können Unternehmen:
- 1)Ladegeräte einer gesamten Flotte gleichzeitig aktualisieren
- 2)Probleme ohne Vor-Ort-Einsatz lösen
- 3)Funktionen an die Weiterentwicklung von Unternehmensplattformen und -systemen anpassen
So lässt sich ein System beispielsweise vom vollen Funktionsumfang von OCPP 1.6J auf OCPP 2.0.1aktualisieren, was eine spätere Plattformmigration oder eine tiefere Systemintegration ermöglicht.
Die unvermeidbare Randbedingung auf Firmenparkplätzen: die Netzanschlussleistung
Auf der praktischsten Ebene werden Projekte auf Firmenparkplätzen durch die Netzanschlussleistungbegrenzt. Viele Unternehmen sind nicht etwa unwillig, Ladegeräte einzusetzen; ihre bestehende Elektroinfrastruktur kann schlicht nicht alle Ladegeräte gleichzeitig mit voller Leistung versorgen.
Die Lösung von INJET verbindet mehrere Ladegeräte über RS-485zu einem einheitlichen System und ermöglicht so eine intelligente Leistungsverteilung:
- 1)Die Leistung wird innerhalb der vorhandenen Netzanschlusskapazität zugeteilt
- 2)Die Verteilung passt sich dynamisch dem Echtzeitbedarf an
- 3)Überlastungen und Auslösungen werden vermieden
Der entscheidende Vorteil dieses Ansatzes: Er erfordert keine zusätzliche Hardware und keine teuren Netzverstärkungen.
Fazit
Blickt man auf den heutigen Markt, sind die meisten AC-Ladegeräte entweder für den öffentlichen Ladebetrieb oder für die private Nutzung zu Hause konzipiert. Die Unternehmensflotte selbst wird selten als eigenständige Designprämisse behandelt.
Die eigentliche Komplexität der Elektrifizierung in Unternehmen liegt nicht darin, ob Ladegeräte vorhanden sind, sondern darin, ob diese über die Zeit, in der Fläche und über lange Betriebszyklen hinweg stabil und steuerbar bleiben und nicht selbst zur Betriebsbelastung werden.
Aus dieser Perspektive hat INJET die Anforderungen an das Laden von Unternehmensflotten neu bewertet und die entsprechende Planungslogik sowie die Praxis der Implementierung in einer umfassenden AC-Ladelösung für Unternehmensflottenzusammengeführt.
Laden Sie die vollständige Übersicht der Lösung über den folgenden Link herunter:
https://www.injetenergy.com/uploads/Injet-Swift-2.0-AC-Charging-Solution-for-Corporate-Fleets.pdf
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